Architekten über Grenzen in Sierra Leone…

Januar 6, 2015 in Allgemein, Littfassäule von admin

2012

Architekten über Grenzen e.V. erhält von den „German Doctors“ (vormals „Ärzte für die Dritte Welt“) die Anfrage, ob eine Unterstützung bei der Erweiterung des Serabu-Community-Hospitals in Sierra Leone – exakt in Serabu bei Bo – möglich ist. Vorwiegend geht es um die Schaffung von Unterkünften für Ärztinnen und Ärzte.

Im Herbst 2012 findet ein erstes Meeting mit interessierten Vereinsmitgliedern in Frankfurt am Main statt. Peter Fink aus München erklärt sich bereit, die Aufgabe anzugehen.

 

Quelle: Wikipedia

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Quelle: Africa.Kidsworldwide

 

 

 

 

 

 

 

 

März / April 2013

Peter Fink führt eine erste Projektreise durch, um die Bedingungen vor Ort zu besichtigen und Lösungsmöglichkeiten für die baulichen Probleme zu entwickeln. Es erfolgt insbesondere eine umfassende Gesamtaufnahme der ganzen Hospitalanlage.

Parallel werden direkt bauliche Probleme des „Sterilizer-Deparments“ angegangen, da diese sehr dringend sind. Das „Sterilizer-Department“ hat zu diesem Zeitpunkt keinen Grundriss für optimale und steril gesicherte Abläufe.
Hier erfolgen innerhalb des bisherigen Gebäudes Umnutzungen und Umbauten, um einen steril gesicherten Ablauf mit möglichst wenigen baulichen Eingriffen zügig möglich zu machen.

Bei diesem ersten Architektenaufenthalt werden außerdem direkt überdachte Verbindungsgänge verschiedener Departments untereinander geschaffen, um Ärzten und Patienten auch bei Regen einen gesicherten Department-Wechsel zu ermöglichen.
Ferner kann der alte Müllverbrennungsofen wieder in Gang gebracht werden.

Bei den Arbeiten muss auf einfachste handwerkliche Fähigkeiten und wenige, örtliche Baumaterialien zurückgegriffen werden.

 

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Das „Sterilizer-Department“ wird umgebaut   Quelle: Peter Fink

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Das „Sterilizer-Department“ wird umgebaut   Quelle: Peter Fink

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Überdachte Verbindungsgänge werden gebaut   Quelle: Peter Fink

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Überdachte Verbindungsgänge werden gebaut   Quelle: Peter Fink

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Oktober / November 2013

Zweite Reise eines Mitglieds von Architekten über Grenzen e.V. Diesesmal reist Lukas Fink. Bei seinem Aufenthalt wird die Krankenhausapotheke umgebaut und es erfolgt ein Anbau für Arzneimittel.

Der Vorschlag der Umnutzung der Krankenhausapotheke ging auf den ersten Architektenaufenthalt zurück. Nach diesem Vorschlag sollten Gebäude auf dem Gelände insgesamt effizienter genutzt werden, um auch bereits bestehende Gebäude für die Unterbringung von Ärztinnen und Ärzten freizubekommen und somit nur in möglichst geringem Maße in Neubauten investieren zu müssen.

Beim Umbau der Krankenhausapotheke ist das Arzneimittellager eine besondere bauliche Herausforderung. Hier wird nach Vorschlag von Lukas Fink mit einfachsten, örtlichen Baumaterialien eine gedämmte Doppelwandung erstellt und ein bestehendes Kaltwasserrohr an der Wand durch das Lager verlegt, um zumindest eine gewisse Kühlung für den Raum zu erreichen.

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Verputzen des neuen Arzneimittellagers     Quelle: Lukas Fink

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Herstellen der Hohlblocksteine         Quelle: Lukas Fink

 

 

 

 

 

 

April 2014

Dritter Aufenthalt eines Architekten von Architekten über Grenzen e.V. im Serabu-Community-Hospital in Sierra Leone, diesesmal wieder von Peter Fink.

Nachdem alle vorgeschlagenen Umnutzungen und Umbauten der bisherigen Gebäude umgesetzt werden konnten, erfolgt nun in einem letzten Schritt der Bau einer noch notwendigen Ärzteunterkunft. Auch diese muss mit einfachsten handwerklichen Fähigkeiten und den wenigen vor Ort erhältlichen Baumaterialien umgesetzt werden.

Das ist ein nicht immer einfaches Unterfangen, kann aber schließlich noch in der ersten Jahreshälfte des Jahres 2014 erfolgreich abgeschlossen werden.

Das Krankenhaus hat nun die dringend notwendigen baulichen Voraussetzungen für sterile Abläufe im „Sterilizer-Department“, sichere Arzneimittellagerung in der Krankenhausapotheke und die Unterbringung von medizinischem Personal in Bestandsgebäuden und einem neuen Gebäude..

 

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Bau des Personalgebäudes; Quelle: Peter Fink

Bau des Personalgebäudes; Quelle: Peter Fink

 

 

 

 

 

 

 

Seit Frühsommer 2014

Eine schwere Ebola-Epidemie bricht in Sierra Leone, Liberia und Guinea aus. Das Serabu-Community-Hospital bleibt trotz dieser Situation in Betrieb. Mehr als je zuvor zeigt sich, wie wichtig, dieses Hospital für die Region ist.

Weitere Information zum Projekt finden Sie auch unter:

www.german-doctors.de