Gebäudesicherheit (1): Einsturz des Rana Plaza und die Folgen

Oktober 10, 2014 in Amtsblatt von schinkel

Nach dem spektakulären Einsturz der Rana Plaza Textilfabrik am 24.04.2013 wurde unter Federführung der Uniglobal Union (Unterorganisation der Global Union, internationale Organisation für den Schutz von Arbeitnehmerrechten) für Bangladesch der Accord on Fire and Building Safety eingerichtet als Zusammenschluß der dort tätigen Textilunternehmen und der ausländischen Besteller von Textilien. Diese Initiative ist auch weiterhin aktiv mit der Umsetzung der getroffenen Vereinbarungen beschäftigt. Allerdings ist Bangladesh nicht das einzige Land mit bedrohlichen Arbeitsbedingungen und auch bleibt abzuwarten, ob sich mit diesem Instrument grundlegend etwas verändern wird wie der neuerliche Brand einer Textilfabrik erst wieder gezeigt hat. Am 31. August ist in Bangladeschs Hauptstadt Dhaka erneut in einer Textilfabrik ein Feuer ausgebrochen, obwohl dort erst am 15. Juli eine Inspektion der Brandschutzeinrichtungen und der elektrischen Sicherheitseinrichtungen stattgefunden hatte. Nach Entstehung des Brands im dritten Stock der Cordial Design Factory flohen die Arbeiter in Panik auf ein benachbartes Dach. Unglücke passieren also nach wie vor, sie sind aber nicht so spektakulär und deshalb erreichen uns die Nachrichten nicht mehr so einfach. Oft geschieht es sogar, dass erst unmittelbar nach einem Feuerausbruch die Fenster und Türen verriegelt werden, damit im Zuge der Flucht keine Stoffe, Werkzeuge und Materialien mitgenommen werden können.

Auch an anderer Stelle wird deutlich, dass offenbar ein sehr großer Bedarf an Verbesserung der Gebäudesicherheit besteht. Vom 7. – 9. Dez. 2014 wird in Dhaka, der Hauptstadt von Bangladesch die International Trade Expo For Building And Fire Safety stattfinden. Die Wirtschaft zumindest hat offenbar reagiert, die Probleme erkannt ebenso wie die Chancen, die sich daraus ergeben.

Es darf nicht vergessen werden, dass von den Angehörigen der toten Opfer und die teilweise schwer verletzten, schwer traumatisierten Opfer bisher nur zum Teil und dann auch nur sehr wenig Unterstützung erhalten haben. Jetzt brauchen sich auch keine Hoffnungen mehr zu machen, denn das Thema ist nicht mehr in den Schlagzeilen.

 

Verfasser: Thomas Schinkel