Matayazo-Hospital in Tansania – Wolfgang Miethke, Andres Wrage

Mai 27, 2016 in Littfassäule von schinkel

Vor einiger Zeit wandte sich die Direktorin des D.W.T. Matayazo Health Centre, Frau Dr. Ute Trautwein, mit der Frage an den Verein, ob wir ihr bei der Gesamtentwicklung des Health Centers sowie bei der Grundlagenermittlung, der Planung und Bauleitung nebst Kostenermittlung für den Neubau eines OP-Traktes Hilfe leisten könnten. Da lag es sehr nahe Wolfgang Miethke und Frank Bertram anzusprechen, den einen wegen seiner Tansaniaerfahrungen und den anderen wegen seiner Erfahrungen bei der Krankenhausbau in Papua-Neuguinea und beide zusammen schließlich, weil sie lange Zeit eine Bürogemeinschaft hatten. Gemeinsam mit Hanka Griebenow gab es am 17. März ein Abstimmungsgespräch mit Vertretern der Neunkirchner Mission in Heilbronn.

Das Matayazo Health Centre, eine Einrichtung der Anglikanischen Kirche, liegt etwa 45 km von der Distrikt Hauptstadt Kigoma entfernt und ist von dort aus sehr gut erreichbar. Lediglich die letzten 9 km müssen über eine Staubpiste zurückgelegt werden. Es handelt sich um einen ca. 12 Hektar großen Komplex, bestehend aus Mitarbeiterhäusern, den Krankenhaustrakten, einem großen Werkstattbereich und einem Kinderheim mit Schulgebäuden, Küchen und Wäschereien. Die Geschichte der Einrichtung reicht bis in die 20er Jahre des letzten Jahrhunderts, wobei die meisten Gebäude in den 70er Jahren erbaut wurden. Im Kinderheim werden 60 Kinder betreut, das Health Centre verfügt über 136 Betten. Jährlich werden ca. 6000 Patienten stationär behandelt, 1200 operative Eingriffe und 1400 Entbindungen durchgeführt.

Matyazo liegt ca. 1700 m über dem Meeresspiegel in einem Gebiet, das durch den ostafrikanischen Grabenbruch geprägt und daher auch immer wieder von leichten Erdbeben heimgesucht wird, bei denen in erster Linie Gebäudeschäden entstehen. In den 1970er Jahren wurden Gebäude vornehmlich nach Bedarf gebaut, d.h. auch recht schnell geplant. Ein benachbartes Schulgebäude wurde später ebenfalls in eine Krankenstation umfunktioniert, da der Patientenzulauf immer größer wurde. Zudem war es bis zum Bau von Patiententoiletten mit septic tanks üblich, die Toiletten in traditioneller Bauweise auf dem Gelände zu errichten. Dies führte zu weiteren problematischen Bodenbeschaffenheiten, d.h. an manchen Stellen sacken nicht nur der Boden, sondern auch die benachbarten Gebäude ab. Das Gebäude der Wäscherei des Health Centres ist inzwischen soweit abgesackt, dass es inzwischen eigentlich nicht mehr genutzt werden sollte. Im Kreißsaal befindet sich an der Außenwand ein tiefer Riss, der inzwischen unbedingt eine Sanierung nach sich ziehen sollte. Hinzu kommen staatliche Auflagen, die auch die faith based organizations betreffen. Der Operationssaal ist spärlich ausgestattet und entspricht bautechnisch nicht den staatlichen Auflagen. Seit ungefähr vier Jahren konnten keine neuen Projekte mehr in Angriff genommen werden, da die dazu nötigen finanziellen Mittel fehlten. Nun hat sich ein Verein aus Heilbronn bereit erklärt, einen OP Neubau finanziell zu unterstützen, sofern Gelder anderer Sponsoren oder staatliche Zuschüsse nicht ausreichen. Um nun das Projekt gut angehen zu können, sollten zunächst der bauliche Ist Zustand eingeschätzt, der Bauplatz ermittelt und das Gesamtbudget errechnet werden. Ziel ist es innerhalb der nächsten Jahre mit dem Bau des OP-Traktes zu beginnen. Eine Wäscherei, der Kreissaal und die Intensivstation könnten in diesen OP-Trakt integriert werden. Dies war die Aufgabenstellung mit der unser Einsatzteam aus Wolfgang Miethke und Andres Wrage sich auf den Weg gemacht hat. Hier ist ihr Bericht:

 

Grundlagenermittlung Matayazo Health Center Teil 1

Grundlagenermittlung Matayazo Health Center Teil 2

Matyazo Übersicht farbig 1-200

 

 

Zusammengestellt von Thomas Schinkel